Kinderfeindliches Land? Mütterfeindliches Land!

Kinder sind unser aller Zukunft, Kinder können großartige Persönlichkeiten sein, Kinder können unfassbar Spaß machen und den eigenen Blick auf die Welt verändern und erweitern.
Insbesondere, wenn Eltern die Kunst beherrschen, ihre Kinder gut zu erziehen und zu leiten, zu fördern, ihnen ausreichend Freiraum zu lassen, sie Mensch werden und sein zu lassen. All das.

Als Nichtvater darf ich mich wohl kaum über jene erheben, die ihre Kinder nicht erzogen bekommen, weil ich ja keine Ahnung davon habe. Nun. Auf den ersten Blick mag das stimmen. Aber ich war tatsächlich, man wundert sich, selbst einmal Kind. Und ich habe Eltern. Und Erinnerungsvermögen. Und ich kenne Eltern und alleinerziehende Mütter (einige von ihnen haben einen Partner oder eine Partnerin), die es teils sehr gut hinbekommen, teils nicht so gut. Wenn man mit ihnen spricht und sie im Zusammenleben mit ihren Kindern beobachtet, weil man sich für seine Mitmenschen interessiert, bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie es zu dem einen oder anderen Erziehungsergebnis kommt.
Sicherlich gehen mir und anderen Menschen mies erzogene Kinder auf die Nerven, und sicherlich wäre eine bessere Erziehung oft möglich, wenn beide Partner, so denn zwei vorhanden sind, und alle anderen Menschen aus der Umgebung des Kindes, die genauso mitverantwortlich für dessen Erziehung zeichnen, an einem Strang ziehen würden. Da allerdings hapert es eben häufig. Verschiedene Ansichten und Methoden, Alleingänge, mangelnde Absprachen untereinander.

Aber wer bekommt letztlich von der Gesellschaft die Alleinschuld?
Die Mütter.

Bevor jetzt die Väter, die statt der Mutter zu Hause geblieben sind, um das Kind großzuziehen, vorwurfsvoll aufmerken, dass es sie ja wohl auch gibt, möchte ich gleich dazu sagen, dass sie zum einen statistisch nicht so sehr ins Gewicht fallen, als dass ich sie hier ständig extra erwähnen müsste, und zum anderen werden diese Väter allein schon wegen des Geschlechts von der Gesellschaft nicht annähernd so behandelt wie Mütter. Den Vätern wird auch einfach vieles verziehen. Dazu weiter unten im Text mehr.

Also die Mütter.

Eine unfassbar große Last ruht auf den Schultern der Mütter. Damit ist nicht nur das zappelnde Kind gemeint, das ihnen gut gelaunt klebrige Bonbons ins Haar einarbeitet, sondern die Beurteilung durch unsere Gesellschaft. Und die wiegt so viel schwerer, als jedes auf den Schultern getragene Kind.

Immer noch wie zu Urzeiten davon ausgehend, dass die Mütter für das Glück oder Unglück ihrer Kinder ganz allein verantwortlich sind, egal ob und wieviel der Kindsvater dazu beiträgt, ist die Gesellschaft mit wachem Fensterrentnerauge überall dabei und beurteilt die mütterlichen Leistungen.
In Sachen Erziehung, Ernährung, Bildung, artgerechter Haltung in Haus und Garten oder Wohnung und Balkon.
Wo die Mutter geht und steht und wickelt und kocht und wäscht und und und, immer hat sie die gesellschaftliche Zeugnisvergabe im Nacken.
In diesem Zeugnis werden ihre Leistungen in allen Belangen ihres Lebens mit Kind aufgeführt.
Und noch dazu natürlich ergänzend ihre Leistungen als Partnerin. Und als Tochter. Genau, das ja auch noch. Angefangen von „Wie gut entspricht sie den elterlichen Erwartungen“ bis hin zum Extremfall Pflege. Denn immer noch ist es beispielsweise die Regel, dass von den Töchtern einer Familie erwartet wird, dass sie sich später einmal um ihre Mutter oder ihren Vater kümmern, falls sie Hilfe benötigen und nicht reich genug sind, sich Rund-um-die-Uhr-Pflege leisten zu können. Die unglaublich teuer ist. Aber das nur nebenbei.

Also Mutter, Partnerin, Tochter. Ach ja, dann kommt natürlich noch die berufliche Leistung dazu.
Denn so ganz ohne Arbeit, das können sich Durchschnittseltern bei den heutigen Anforderungen unseres hochmodernen, durchtechnisierten und von permanenter, bedürfniserzeugender Werbung begleiteten Lebens kaum noch leisten. Ohne Arbeit passiert meist eher unfreiwillig und endet dann gern in Hartz-IV-stigmatisierter Armut, die von großen Teilen der Restbevölkerung gern als Selbst-Schuld-Phänomen betrachtet wird.

Also geht Frau auch noch arbeiten. Zusätzlich zu ihrem Job als Mutter, Partnerin und Tochter.
Und ja, je nach Grad der Lebensfähigkeit und Eigenständigkeit des Lebenspartners ist auch Ehefrau oder Partnerin sein ein anstrengender Job. Ich weiß das, ich bin Ehemann. Ich mühe mich wirklich sehr, aber Arbeit mache ich meiner Frau doch immer wieder mal.

Wenn nun also die Mutter arbeitet, muss sie sich aber auch postwendend einiges anhören. Vielleicht noch nicht so viel, wenn sie in Teilzeit arbeitet, das wird akzeptiert, sogar gewollt, das ist ganz brav. „Nur Hausfrau“ ist ja auch nicht das Wahre, wirkt eventuell faul. Und bei Teilzeitarbeit hat sie noch genug Zeit für die Kinder. Aber wehe, wehe, sie geht ganztags schuften. Tja, da hat sie im Prinzip direkt verloren, selbst wenn sie keine Karrierefrau mit Managementambitionen ist. Ganztags arbeiten? Kommt da nicht das Kind zu kurz, der Partner und der Haushalt? Das muss ja alles geregelt sein, wie soll das gehen? Dann darf sie sich nicht wundern, wenn ihr eines Tages womöglich der Partner wegläuft. Oder das Kind nicht so recht gerät.

Aber hier werden zugunsten der Mutter auch mal Abstriche in der Notenvergabe gemacht. Wenn der Partner nicht genug verdient, zum Beispiel. Da hat die Mutter natürlich ein schlechtes Händchen bei der Partnerwahl gehabt (Sie merken schon, auch hier schwingt eine gewisser Vorwurf in Richtung der Frau mit).

Ganztags arbeitende Frauen also, die muss man besonders genau im Auge behalten, sagt sich die Gesellschaft, und erhöht ein klein wenig den Druck.
Aber der ist nichts gegen den Druck, den die Urteilfäller erst ausüben, wenn die Mutter sogar Karriere machen will.
Das. Geht. Gar. Nicht.
Karriere und Kind? Nein. Rabenmutter. Ganz klar. Egal, wie gut das Kind von Nannys, Kitas, Babysittern, Verwandten und der Mutter selbst versorgt wird, es kann nur schiefgehen. Egal, was das Kind dann jemals für Schwierigkeiten macht oder bekommt, es liegt an der Rabenmutter, die es quasi nackt im Dschungel aussetzte und darauf hoffte, die Gorillagruppe werde es schon irgendwie großziehen.

Ähnlich verhält es sich mit Müttern, die Karriere machen möchten, und das Kind dem Papa überlassen, der seine Karriere hintanstellt. Neben der Tatsache, dass dieser Papa sich von seinen eigenen Geschlechtsgenossen automatisch gefallen lassen muss, dass er jetzt doch irgendwie ein bisschen der Softie ist, der seinen Mann karrieremäßig nicht so ganz richtig steht, ist die Mutter auch hier wieder die, die ihr Kind im Stich lässt.
Denn das Kind gehört zur Mutter. Der Papa ist vielleicht ganz lieb und bemüht, aber nichts geht doch über die Mutter beim Kinde, die ist unersetzlich. Männer sind dem Volksglauben nach einfach nicht ausreichend fähig. Und wenn da nämlich etwas mit dem Kind nicht on top ist, dann hat natürlich die Mutter gefehlt. Da hat der Papa meist Glück, ihm wird verziehen, weil er das ja schon von Natur aus gar nicht so gut können kann. Biologie, wissen Sie?

Der Meinung scheinen ja übrigens auch jene Politiker zu sein, die sich „unwohl“ dabei fühlen, zwei Vätern die Aufzucht von Kindern gesetzlich abgesichert zu erlauben. Zwei Frauen, naja, vielleicht noch so gerade, aber zwei Männer? Muss das sein? Ist da nicht das Kindeswohl in Gefahr, wenn so gar keine Frau im Haushalt ist?

Aber zurück zur Mutter. Neben der geächteten Rabenmutter haben wir da ja noch die sogenannte Helikoptermutter.
Ist es nicht schön, dass unsere Medien oder auch wir selbst immer ganz fix ein negativ belegtes Schubladenwort parat haben, sobald uns etwas querkommt?
Die Helikoptermutter also, die ständig um ihr Kind kreist und alles, aber auch wirklich alles für es tut. Das Kind wird überbeschützt, überversorgt, verhätschelt und so für die Gesellschaft unbrauchbar gemacht, weil es keine Chance hat, ein selbständig handelnder und denkender Mensch zu werden.

Nun, es mag extreme Fälle geben, ganz sicher. Aber wo fängt das Extrem an? Und ich muss hier ehrlich zugeben, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob ich nicht auch zum Helikoptern neigen würde, hätte ich ein Kind.
In einer Welt wie der unseren besteht die Gefahr zwar nicht aus Drachen oder anderen wilden Tieren (und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit den Wölfen, die bei uns einwandern. Informieren Sie sich und erfahren Sie, wie verschwindend gering die Gefahr ist, die von diesen scheuen Tieren ausgeht. Und ziehen Sie ihrem Kind kein rotes Käppchen auf.), aber sie ist dennoch voller Gefahren.

Die Gefahr geht in beinahe jedem Fall vom Menschen aus. Wo man einst den Kindern nur beibringen musste, dass der Baum, auf den sie klettern, nicht zu hoch und morsch sein sollte und welche Beeren und Kräuter sie in Wald und Flur nicht essen dürfen, wenn sie nicht anschließend viele Stunden auf der Toilette verbringen möchten, muss man heute schon etwas mehr leisten.
Rücksichtslose Autofahrer, giftiges Spielzeug aus China, mobbende Mitschüler, sämtliche Gefahren aus dem Internet, um nur einige wenige und dennoch umfangreiche Gefahrenquellen zu nennen. Von der Gefahr aus den eigenen Reihen, wenn beispielsweise der Opa väterlicherseits die Enkeltochter für seine kranken sexuellen Wünsche benutzt, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Ich würde mein Kind, mein eigen Fleisch und Blut, mit Sicherheit beschützen wollen vor all diesen Gefahren. Und ich würde es auf die mir richtig erscheinende Weise, möglichst ohne große Beschädigungen zu erleiden, durch den Lebensslalom mit all seinen schwierigen Haarnadelkurven und Hindernissen lenken wollen. Weil ich mir der Gefahren bewusst bin. Und ich würde wollen, dass mein Kind bestmögliche Startchancen ins Leben von mir mitbekommt.
Ich weiß nicht, wie weit ich gehen würde, oder wie viele Freiheiten ich dem Kind lassen könnte, ohne vor Sorge grüne Pusteln zu bekommen. Ja, vielleicht wäre ich ein Helikopterpapa, wer weiß.

Was die Helikoptermütter angeht aber, so möchte ich doch einmal ganz deutlich sagen, dass mir jedes noch so helikopterige Elternteil lieber ist als jene, die ihr Kind vernachlässigen, verwahrlosen lassen oder misshandeln.
Eine Freundin von mir arbeitet in einem Jugendamt und weiß (ohne mir Namen oder genaueste Einzelheiten zu berichten) haarsträubende Geschichten zu erzählen, die alle so furchtbar wie wahr sind.
Und die Menge der Fälle, die diese Freundin und ihre Kollegen zu betreuen haben, ist erschreckend groß und wächst immer weiter. Und so groß, wie diese Menge ist, so gering ist die Unterstützung, die unser Staat an dieser Stelle bereit ist, zu leisten. Die Zustände sind, gelinde gesagt, katastrophal.

Aber das wollen wir ja offenbar alle nicht so gerne sehen, das ist so ein schweres Thema, ein scheinbar unlösbares Problem. Viel lieber hacken wir also auf den sogenannten Helikoptermüttern herum. Nun. Wie gesagt, es gibt ungesunde Extremfälle, aber bitte, lassen wir doch dieses allgemeine Müttergebashe. Es ist unsäglich und halbwegs gebildeter und reflektiert denkender Menschen nicht würdig.

Genauso wenig übrigens, wie Männern die Fähigkeit generell abzusprechen, mit Kindern umgehen zu können. Sie können es ebenso gut wie Frauen. Denn Frauen wissen auch nicht alles automatisch mit der Geburt eines Kindes. Sie müssen das auch erst lernen. Und lernen, das können Männer auch. Und sind mit Baby im Arm oder Kind an der Hand nicht weniger Mann, als ohne. Im Gegenteil, wenn Sie mich fragen, aber ich bin da natürlich nicht ganz objektiv.

Aber weg von den Männern, und nochmal zurück zur Rabenmutter wegen Karriere, Helikoptermutter wegen des Zuviels an Kümmerung, was war da noch? Richtig, die Alleinerziehende. Hier liegt aus Sicht der Gesellschaft ja auch immer noch so einiges im Argen.

Schuld daran hat auch hier in der Regel die Mutter selbst. Da kann sie machen und sagen, was sie will, alleinerziehende Mutter zu sein ist nach wie vor ein Makel. Das gehört so nicht, auch hier ist das Kind nicht Kind sondern Leidtragende oder Leidtragender. Das spürt das Kind auch. Beziehungsweise bekommt es zu spüren, und zwar von der Gesellschaft, die es ihm einredet, es so behandelt, die Mutter in seinem Beisein zurechtweist.

Nicht zuletzt auch auf finanziellem Wege, denn Alleinerziehende werden vom Staat schlicht im Stich gelassen, an dieser Stelle entspricht der Staat den Ansichten der Gesellschaft.
Sollen sie doch sehen, wie sie klarkommen. Sollen sie sich halt einen Mann suchen, man kann sich ja mal anstrengen und die Ansprüche nicht so hoch schrauben.
Ja, die alleinerziehende Mutter wird schon irgendwie Mist gebaut haben, in irgendeiner Form, sonst wäre sie ja jetzt nicht allein. Aber sie darf es wieder in Ordnung bringen. Nur eben allein. Ganz allein. Hätte sie sich ja schließlich vorher überlegen können. Und jetzt sitzt sie da, hat das Kind oder gar mehrere und die haben es nun natürlich nicht gut.

Soweit nur einige der Vorurteile und Verurteilungen bezüglich Alleinerziehender. Das könnte ich hier noch endlos fortsetzen.

Aber keine Sorge, das mache ich nicht.
Das machen Sie bitte selbst, mit dem Ziel, eigene Vorurteile und Irrtümer abzubauen.

Gehen Sie hinaus, ganz egal, ob sie Frau oder Mann sind, arm oder reich, selbst Kinder haben oder nicht. Gehen Sie und sehen Sie sich mit wachem Auge an, wie Mütter behandelt werden und achten Sie darauf, wie Sie selbst über Mütter sprechen und sie behandeln.
Sprechen Sie mit ihnen ruhig mal darüber, fragen Sie sie nach den alltäglichen Problemen und der Anerkennung, die sie für ihren so wichtigen Beruf als Mutter bekommen.

Es ist natürlich wichtig und wird immer wichtiger, gut zu beobachten, ob es irgendwo einem Kind wirklich schlecht geht. Und im Falle eines Falles zu helfen.

Aber immer und zu jeder Zeit alle Mütter unter eine Art Generalverdacht des Versagens zu stellen, sie permanent unter Druck zu setzen, das ist auch nicht der richtige Weg und unserer ach so fortschrittlichen Gesellschaft nicht würdig.

Mütter sind nicht Kraft ihres Amtes Heilige. Das ist ein Anspruch, an dem sie nur zerbrechen können.

Aber Blitzableiter für unsere Unzufriedenheit mit der Gesellschaft, in der wir leben, das sind sie auch nicht.

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Kinderfeindliches Land? Mütterfeindliches Land!

20 Gedanken zu “Kinderfeindliches Land? Mütterfeindliches Land!

  1. Danke. Danke. Danke.
    (Alleinerziehend mit 3. Extrem schuldig)

    Ich habe dazu vorgestern gebloggt. Wer gucken mag, findet dort etwas speziell aus der Sicht der Alleinerziehenden.

    http://mama-arbeitet.de/standpunkt/alleinerziehenden-klischee-sie-ist-allein-weil-sie-versagt-hat

    Normalerweise poste ich keine Links unter fremden Blogposts. Es passt hier aber so gut, dass ich mich traue. Und bitte um Entschuldigung, falls Sie mich aufdringlich finden.

    Viele Grüße, Christine

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  2. Na, und wie ich schuldig bin! Bin ja so dumm und lasse mir nicht alles gefallen, deshalb sitze ich seit 9 Jahren allein erziehend da, habe im ganzen fünf Kinder (2 schon lange aus dem Haus, Nr. 3 folgt nächstes Jahr) und muss auch noch beinahe Vollzeit arbeiten (bin mit 2 Jobs am Postschalter bei ca. 75%). Von 100 auf 0 runter in, pi mal daumen, 1,8 Sekunden 😉 Kein großes Haus mehr, keine eigene kleine Baufirma mehr, keinen Mann mehr. ABER: meine Nerven sind nachgewachsen, Herz-Kreislauf ticken wieder normal, und ich stehe auf eigenen Füßen 😀 . Allen Unkenrufen seinerseits zum Trotz. Nein, ich schlafe noch nicht unter der Brücke. Nein, die Kinder sind nicht im Heim oder in Pflege gelandet. 9 Jahre Kampf. 9 Jahre kein Urlaub. 9 Jahre Existenzangst. Und im 10. Jahr? Da klappt es doch wieder mit Urlaub. Mit den Finanzen geht es langsam aufwärts. Die Kinder werden eh größer. … Frau kann eben DOCH ohne Mann. 🙂 Was andere von mir denken? Die können mir mal im Mondschein begegnen hehe. Grüßle und Dank für den tollen Artikel … Anne

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  3. Vielen Dank für diese Worte! Und ich komme nicht umhin zu fragen, warum ist das wohl so? Denn man kann es ja anscheinend nicht „richtig“ machen. Das Schlimme ist, es ist auch in uns selbst. Viele Mütter haben ein schlechtes Gewissen als ständigen, nervigen Begleiter.

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  4. Ebenfalls über den Familienbetrieb hergefunden. Ebenfalls sehr angetan von diesem Text. Danke dafür!

    Ein klein wenig traurig macht es mich, dass Texte wie dieser, wenn sie von einem Mann geschrieben wurden, eine Million mal mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit erhalten als ähnliche Texte von Frauen. Die sind dann gleich wieder zickig. Und undankbar. Und Emanzen. Und man wird ja wohl noch sagen dürfen.

    Aber dafür können Sie ja gar nichts, deshalb noch einmal: Dankeschön für den guten Text.

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    1. Danke für Ihr Kompliment und ja, Sie haben recht. Ich erlebe die Reaktionen auf Texte solcher Art, die von Frauen geschrieben wurden/werden, auch oft eher als herabsetzend denn als lobend und von Verständnis geprägt. Generell sind wir Männer in einer Art Vorzugsstellung, was die Gewichtung unseres Wortes gegenüber dem der Frau angeht. Folge unserer patriarchalisch aufgebauten Gesellschaft, die leider nur in Teilen und nur sehr zögerlich bereit ist, diesen Status zu ändern.

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  5. Diese Thematik ist auch für mich persönlich interessant und immer hochaktuell – als sog. Ausnahmefall (die Dunkelziffer lassen wir an der Stelle mal beiseite) und Partnerin eines Alleinerziehenden, der selbst von einer alleinerziehenden Mutter in Vollzeitbeschäftigung großgezogen wurde.

    Nach einer anstrengenden Kopfnicktour durch diesen Beitrag blieb mir nur eine Frage: Ist es denn wirklich so viel einfacher, den Müttern alle Schuld zuzuschieben, wo doch klar ersichtlich ist,
    dass es einer ganzen Gesellschaft bedarf, um ein Kind großzuziehen?
    Der Mutter eine Übermacht zuzusprechen fände ich verheerend, für alle Beteiligten. Das habe ich durch eigene Erfahrung lernen dürfen.

    Ein solch differenzierter und wohlwollender Beitrag von einem Mann hatte mir bisher gefehlt. Vielen Dank dafür. Sobald ich mich mit dem ordnungsgemäßen Rebloggen endlich zurecht gefunden habe, würde ich ihn gerne teilen.

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    1. Natürlich bedarf es einer ganzen Gesellschaft, um Kinder großzuziehen, keine Frage. Und natürlich ist es nur scheinbar der einfachere Weg, den Müttern für allerlei vermeintliche Fehlleistungen die Alleinschuld in die Schuhe zu schieben.
      Aber wenn man sich unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihr (oft davon abweichendes) Handeln mal genauer ansieht, stellt man bedauerlicherweise fest, dass sie nicht funktioniert.
      Es wird nur überall und jederzeit der schöne Schein gewahrt. Darunter tauchen Egoismus, Gewalt, Gier und diverse andere unschöne Dinge auf, die unsere Gesellschaft zu einem hässlichen Zerrbild der schönen, einfachen Welt machen, die wir gern hätten.

      Ich vermute, dass die meisten Menschen das wissen oder wenigstens spüren. Frust macht sich jedenfalls allemal breit und will irgendwo abgeladen werden.
      Mütter werden da leider allzu oft als gute Ablademöglichkeit betrachtet. Es liegt an uns allen, das zu ändern.

      Ich freue mich, dass Ihnen mein Blogtext gefallen hat und bedanke mich fürs Lesen! 🙂

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